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Ausgangslage

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KAGfreiland unterstützt und fördert die Hoftötung

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KAGfreiland unterstützt und fördert die Hoftötung

Zeitdruck und Fliessbandarbeit

Das Leben der meisten Nutztiere in der Schweiz endet heute in einem grösseren Schlachthof. Die mittlere Transportdauer für das Schlachtvieh verlängerte sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich. Bis zu acht Stunden werden die Tiere auf ihrem letzten Weg in enge Transportanhänger mit fremdem Artgenossen geladen und quer durch die Schweiz gefahren. Denn mit der Rationalisierung der Schlachtbetriebe und den immer strengeren Anforderungen, sind viele kleine Schlachtbetriebe nicht mehr konkurrenzfähig. Zudem erfordert der Verkauf an grosse Fleischhändler meist die Schlachtung in deren zentralen Grossbetrieben.

Aus Sicht des Tierwohls sind Zeitdruck und Fliessbandarbeit schlechte Voraussetzungen für eine schonende Schlachtung. Der Transport und die langen Wartezeiten mit stallfremden Artgenossen stresst die Tiere vor der Schlachtung enorm, was sich auch auf die Fleischqualität auswirkt. Weiter erfolgt die Betäubung oft ungenügend und die Zeitlimiten bis zur Entblutung werden nicht selten überschritten.

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Die Hoftötung als stressarme Alternative

Die Hoftötung bietet die Möglichkeit, den Stress vor der Schlachtung für Nutztiere zu minimieren. Dabei handelt es sich um das Töten von Tieren auf dem Herkunftsbetrieb in gewohnter Umgebung. Durch die Tötung auf dem Betrieb wird den Tieren der Stress des Transports und des Schlachthofs erspart. Nach der Betäubung und Entblutung muss der Schlachttierkörper für den weiteren Schlachtprozess in einen Schlachtbetrieb transportiert werden. Seit Juli 2020 ist die Hoftötung für Schlachtvieh in der Schweiz erlaubt. Für die Durchführung der Hoftötung benötigt es eine Bewilligung der zuständigen kantonalen Behörde. Der Bewilligungsprozess ist mit hohen Kosten verbunden und nimmt viel Zeit in Anspruch. Nebst den Anschaffungskosten für die notwendige Infrastruktur sowie die Arbeitskosten der Dienstleister, muss der Landwirtschaftsbetrieb auch für die Kontrollen des Veterinäramts während der Probeschlachtungen aufkommen.

Wichtige Pionierarbeit

Der KAGfreiland-Betrieb Dusch von Familie Blunier-Hanimann in Paspels GR gehört zu den Pionieren, die mit viel Eigenleistung die Hoftötung eingeführt und die kantonale Bewilligung dafür erworben haben. Auf dem Hof Dusch wird das Rind im Fressstand betäubt, vor Ort entblutet und der Schlachtkörper anschliessend in den Schlachthof gebracht.

Ein anderes Verfahren für die Hoftötung bietet die mobile Schlachteinheit (MSE). Dabei wird das Nutztier auf dem Betrieb auf einer mobilen Plattform betäubt, in den geschlossenen Anhänger gezogen, darin entblutet und anschliessend zum Schlachtbetrieb transportiert. Sowohl die Platzhirsch Hofschlachtungen GmbH als auch die Stressfrei vom Hof GmbH bieten dieses System an. KAGfreiland hat die Anschaffung der Anlage bei beiden Dienstleistern mitfinanziert.

Zudem wurde eine der ersten kantonalen Probeschlachtungen für das MSE-System auf einem KAGfreiland-Betrieb absolviert.

Seither haben etliche KAGfreiland-Produzenten dank des Projekts «Lebwohl» die Hoftötung eingeführt. Weitere KAGfreiland-Produzenten prüfen zurzeit eine mögliche Umsetzung der Hoftötung auf ihrem Betrieb. KAGfreiland unterstützt diese Betriebe weiterhin individuell bei der Umsetzung ihrer Konzepte und steht ihnen beratend zur Seite.